1990/91 - Ein kurzer geschichtlicher Exkurs
Zu dieser Zeit (1990/1991) ist Teamfliegen noch relativ unbekannt und derjenige, der in einem etablierten Team mitfliegt gehört zu den "Masters of the sky". Die Teamflugszene ist sehr klein - besonders in Europa. Amerikanische Teams, allen voran "Top of the Line" sind die absoluten Megacracks (zu dieser Zeit gehört eine unfallfrei geflogene "Verfolger Acht" noch zu den absoluten Top Highlights...). Aber auch in Deutschland gibt es eine (wenn auch sehr kleine Gemeinde an teamflugwilligen) - hier sei stellvertretend "Up against the Wall" aus Berlin genannt.
1991 - FUN unlimited wird "geboren"
Ursprünglich entsteht FUN unlimited im November 1991 aus zwei Teams: dem in Hamburg ansässigen "Pink Boogie" und dem Hannoveraner "Fridolins Flying Circus" , beide Teams setzten sich aus 3 Piloten zusammen:
"Pink Boogie": Andre Scheffler, Frauke Kirchner, Ingo Kirchner.
"Fridolins Flying Circus": Stefan Marschall, Tina Struß, Uwe Seidel (ursprünglich flog noch Volker Lindenberg mit, der später ausschied).
Im November wird, nach diversen Treffen und gemeinsamen Fliegen auf Drachenfesten und auf Römö und Fanö, aus Pink Boogie und dem ursprünglichen Fridolins Flying Circus das Team FUN unlimited. Der Namensgeber ist übrigens Ingo Kirchner, der damit den Teamnamen und auch gleichzeitig das Motto des Teams festlegt.
1992 - Der erste Rückschlag
Im Februar 1992 geht es zum Trainieren nach Tunesien. Nach dem Abschluß des Teamurlaubs steht ein Konzept für Präzision und Ballett (hier muß angemerkt werden, daß die Standards nicht so hoch waren wie heute und man mehr oder weniger irgendetwas flog, daß halbwegs "paßte"). Nachdem Wettbewerbe in Belgien, Niederlande, Berlin und die deutsche Meisterschaft mit "gemischten" Ergebnissen überstanden sind, wird schnell klar, daß das Team in dieser Besetzung so nicht weiterfliegen kann - die Leistungsansprüche sind zu unterschiedlich und auch zwischenmenschlich ist nicht alles Sonnenschein. Trotz der überlegung, Wettbewerbe zu viert und Drachenfeste zu sechst zu fliegen, ist FUN unlimited "vom aussterben bedroht". Lediglich die ehemalige "Pink Boogie" Crew, die jetzt durch Martina Struß verstärkt wird, hielt den Namen am Leben, da Ingo der Namensgeber ist und somit sozusagen "die Rechte an FUN unlimited besitzt" . Es soll also ein Neuanfang zu viert gemacht werden.
1992/93 - Ein neuer Anfang
Stefan und Uwe aus Hannover "bleiben also auf der Strecke". Doch dann spielt das "Schicksal" eine große Rolle. Dieter Sattler und Stefan wollen sich ein wenig im Pair Fliegen versuchen und nach einem ersten gemeinsamen Testflug, wird "am grünen Tisch" Uwe dazu gewonnen wieder ein Team zu gründen. Da aber ein 4er Team mehr Möglichkeiten bietet als ein 3er Team, werden die drei durch Thomas Schwenger verstärkt. Bis Ostern 1993 werden 2 komplette Sätze Drachen genäht (North Shore Radical und Checkmate), sowie eine Präzisionskür ausgearbeitet.
Neue Ziele
Zum ersten Mal in der Geschichte des Teams werden klare Ziele definiert und (relativ) disziplinert verfolgt. Die Ziele lauten:
- gute Freunde bleiben und Spaß haben
- ernsthaft Wettbewerbe fliegen

Ingo möchte mit dem Teil des Teams, der sich weiterhin "FUN unlimited" nennt , eigentlich mehr machen, aber seinen Teamkollegen fehlt die nötige Freizeit. Daraufhin beginnt Ingo, die andere (noch namenslose "Teamhälfte" die sich kurze Zeit "United-Air-Lines" nennt) zu coachen.
Mit einem 3. Platz bei den offenen belgischen Meisterschaften in Oostende beginnt "United-Air-Lines" seine "Karriere" die nicht lange andauern soll. Denn bereits nach kurzer Zeit steht fest, daß Thomas nicht weiter mitfliegen kann. Das Ziel für dieses Jahr ist aber die Teilnahme und eine Platzierung bei der Deutschen Meisterschaft - guter Rat ist hier, ausnahmsweise, nicht teuer. Die Lösung ist recht einfach: Ingo (der als Coach die Präzision sowieso vom ewigen Zusehen kennt) kommt dazu und bringt den Namen FUN unlimited mit.
Die deutsche Meisterschaft kann, jetzt endlich als FUN unlimited, mit einem Vizemeistertitel (mit unglaublich knappen 0.5 Punkten Rückstand auf den Meister - "Die Luftpiraten") entschieden werden. Während des Winters wird ein erstes "echtes" Ballett erarbeitet (zur Musik von "Das Boot"), außerdem wird die Drachenflotte verstärkt und das Team ist bei Jürgen von der Lippe's "Geld oder Liebe", durch Dieter vertreten.
1994 - Ein überaus erfolgreiches Jahr
1994 soll zum ersten erfolgreichen Jahr werden, mit der neuen Präzision, dem neuen Ballett, sowie neuen Drachen (man greift auf die bewährten North Shore Radicals zurück) werden. 3 erste und ein zweiter Platz erflogen. Neben dem deutschen Meistertitel darf das Team Deutschland bei der Europameisterschaft in der Schweiz (St. Moritz) vertreten. Hier gelingt es sich auch international bekannt zu machen: FUN unlimited wird Vize Europameister (wieder mit nur 0.5 Punkten Rückstand auf den Meister - "Lucky Landing Albatross" aus der Schweiz).
1995 - Noch ein erfolgreiches Jahr und wieder Personalwechsel
1995 soll ähnlich erfolgreich werden wie das Vorjahr, im Winter wird wiederum eifrig gearbeitet, es gibt ein neues Ballett (zur Musik von "The Addams Family") und zur Saisonmitte ist auch eine neue Präzisionskür fertig. Diese Arbeit wird wieder mit guten Ergebnissen belohnt (lediglich der 9te Platz in Scheveningen bringt das gesamte Team zum Schmunzeln - mit sehr viel Spaß und schönem Wetter, läßt sich eine weniger gute Platzierung gut verkraften). Auch in diesem Jahr wird das Team Deutscher Meister, bei der EM lief es jedoch nicht ganz so gut wie im Vorjahr, während des Balletts bricht bei einem Drachen ein Stab und so wird die gesamte Vorführung "flügellahm" zu Ende geflogen - es reicht aber trotzdem zu einem 4ten Platz.
Nach der EM gibt Dieter seinen Rücktritt bekannt, wohl wissend, daß für ihn Torsten Schmitt weitermachen wird.
1996 - Der erste echte "Auslandseinsatz"
In diesem Jahr werden vom Flugprogramm keine wesentlichen änderungen vorgenommen, es gilt vielmehr Torsten "einzuarbeiten". Der Hattrick gelingt, FUN unlimited wird zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister und es folgt die Teilnahme beim "World Sport Kite Grand Prix" in Kotakinabalu (Malaysia), die mit einem dritten Platz für die "Funnies" endet.
1997 - Nochmal ins Ausland
1997 beginnt mit ganz neuen Drachen, eine Eigenkonstruktion von Stefan Marschall. Außerdem ist es das Jahr der Fernreisen, neben den innerdeutschen Wettbewerben ist das Team auf Guadeloupe, bei einem Vergleichswettkampf USA gegen Europa vertreten. Die Europäer gewinnen den Wettbewerb klar vor den Amerikanern und FUN unlimited kann einen respektablen 4ten Platz erlangen. Die Deutsche Meisterschaft der Teams fiel mangels Wind in diesem Jahr leider aus. Gegen Ende der Saison erfüllt sich der größte Wunsch des Teams, die erste Teilnahme am World Cup in Long Beach Washington. Ein 6ter Platz läßt die vier zufrieden nach Deutschland zurückkehren.
1998 - Nur noch zu dritt
In diesem Jahr ist FUN unlimited nur noch zu dritt, Uwe hatte nicht mehr die nötige Zeit für Training und Wettkämpfe - es ist das vorerst letzte Jahr, in dem das Team Wettbewerbe fliegt. In diesem Jahr gelingt noch ein letztes Mal der Sieg der Deutschen Meisterschaft, sowie ein weiterer 6ter Platz beim World Cup.
Eine übersicht über alle erreichten Platzierungen gibt es hier..
Ende 1998 - Alles zu Ende?

Durch das Ausscheiden von Torsten zum Ende der Saison 1998 hätte sich das Team endgültig aufgelöst. Allerdings kommen hier wieder Dieter und Uwe ins Spiel. Beide hören vom "nahen Tod" des Teams und haben die Idee, wieder einzusteigen. Einzige Bedingung: Es kann nicht mehr die sonst übliche Trainingszeit und Teilnahme an Wettbewerben aufgebracht werden. Stefan und Ingo (die inzwischen "dienstältesten Teammitglieder") sind sofort einverstanden - somit bleibt FUN unlimited bestehen. Seit diesem Oktober 1998 war das Team auf diversen Drachenfesten zu Gast und auch für die nächste Saison stehen schon Termine im Kalender - ein 10jähriges Bestehen wird auf jeden Fall gefeiert...

2004 - Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt...

Nun hat es uns doch noch einmal (?) gepackt. Wir würden gerne nach Berck sur Mer fahren, um dort am Worldcup teilzunehmen (inklusive 1 Woche Urlaub mit den Frauen). Dazu muß man sich allerdings qualifizieren. Ergo: Wir nehmen an 2 Wettbewerben teil und hoffen auf Platzierungen, die uns für eine Qualifizierung reichen. Nach einem zweiten Platz in Cuxhaven und einem ersten Platz in Melle steht der Teilnahme eigentlich nichts mehr im Weg - allerdings fanden die World Sportkite Championships dann doch nicht in Berck sur Mer statt und damit hatten wir dann unser Interesse an einer Teilnahme verloren. Immerhin: Mit nur einem Wochenende Trainingsaufwand haben wir 2 sehr gute Platzierungen erreicht.

2006 - Jetzt kommt's ganz Dick: FUN unlimited goes China!

2006, das Jahr plätschert so vor sich hin. Ich bereite mich gerade auf den ersten Skiurlaub meines Lebens vor. Exakt 5 Tage vor Abfahrt klingelt plötzlich mein Handy und das "No Limit Team" aus Cuxhaven fragt an, ob wir Zeit und Lust hätten, in knapp 3 Wochen nach Weifang zu fliegen. Innerhalb kürzester Zeit bringe ich meinen Kreislauf auf Höchstdrehzal und meine Handyrechnung zum Platzen. Glücklicherweise können alle den nötigen Urlaub aufbringen. Für mich ist das zwar alles recht kurzfristig wg. des Wintervergnügens, aber alles nötige wird noch schnell geregelt (Reisepass, Visum).

Am 18.04.2006 ist es dann tatsächlich soweit: Wir reisen in das Geburtsland des Drachenfliegens. Die gesamte Reise hier zu schildern, würde den Umfang der Seite sprengen. Daher sei hier nur folgendes verraten: In unserer Vorstellung hat das Drachenfest anders ausgesehen, irgendwie "grösser". Wir waren 1 Woche in Weifang, davon sind wir aber nur 1 Tag Drachen geflogen. Beim " World Kite Championship" haben wir die Goldmedaillie gewonnen und das obwohl bei uns längst nicht alles nach Plan verlief. Bei der Präzisionskür gab es einen Absturz, daher wurde der grösste Teil der Routine improvisiert - trotzdem hatten wir noch 6 Punkte Vorsprung vor dem nächsten Team. Beim Ballet blieb uns zwischendurch der Wind weg und wir mussten ordentlich "zaubern" um die Kür noch durchzubringen. Hinderlich war auch, dass wir unglaublich viele Turbulenzen hatten, da direkt in Luv das grosse 4 stöckige (!) Gebäude des Drachenfestgeländes steht. Alles in Allem blicken wir mit viel Wehmut auf diese Reise zurück: Eine Woche fremde Kultur gepaart mit vielen netten Leuten, sowie unendlich viel Spaß und einer Goldmedaille mit Nationalhymne und Flaggenzeremonie - Drachenfliegerherz, was willst du mehr...:-)
"Epilog"

An dieser Stelle bedanken wir uns bei allen, die uns unterstützt haben. In erster Linie unseren Frauen und Familien, sowie all unseren Sponsoren (allen voran die Firma Friedrich Schrader in Hannover, die uns auch heute noch freundschaftlich zur Seite steht). Ganz besonderer Dank gilt auch dem Drachenclub Osnabrück "Bleib bloß oben" e. V. - der uns zu Ehrenmitgliedern gemacht hat. Außerdem danken wir allen Drachenfreunden die wir über die Jahre kennengelernt haben, für die wunerbaren Freundschaften, die daraus entstanden.

 

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